Mobile Infantry

orbit

Heute etwas Off-Topic aber nicht ganz, den in den letzten Tagen kamen mir so manche Gedanken was die Zukunft von Eve, CCP und dem Gaming im Allgemeinen betrifft.

Am Rande habe ich die Blizzcon verfolgt, der kleine Aufschrei der Diablo Fangemeinschaft war kaum zu überhören. Ein neues Mobile Game will Blizzard in die Welt setzen, das Diablo Franchise darf dafür den Kopf hinhalten. Ok, ist auch inzwischen eine Marke die nur noch Stiefmütterlich behandelt wird, kann man ja mal riskieren damit einen Testballon zu starten. Die Fanbase war davon extrem begeistert. Not.

An verspätete/verfrühte Aprilscherze wurde gedacht, was auf dem Panel nur belächelt wurde. Ja, die meinen das wohl ziemlich todernst. Aber warum genau? Mir viel ein, ich habe solche Ankündigungen die Tage öfter gehört. Bethesda hat ein Elder Scrolls für Mobile angekündigt (Die Fans schauten irritiert), EA hatte es versucht mit einem Mobile Only Ableger von Command & Conquer (die Fans zogen die Augenbrauen zusammen und knurrten) und jetzt reiht sich Blizzard in die Reihe ein (Die Fans stellen das Fell auf und Bellen was das Zeug hält).

Warum gehen drei bekannte Publisher/Entwickler genau diesen Weg? Ok, gängige Antwort. Geld. Zaster. Piepen…. ihr wisst was gemeint ist. Der Mobile Markt ist Gross, Micro Transaktions sind gesellschaftsfähig wie Pornos und Witze über Diktatoren. Auch wenn die Fans jetzt jaulen, es werden genug Spieler da sein, die es runterladen und ihre Bestes geben. Ihr Geld. Ihren Zaster. Ihre Piepen… ihr wisst schon. Auch CCP steht in dieser Reihe und bereitet sich darauf vor die Hand aufzuhalten. Das ganze gibt einem schon zu denken. Ja, Geld ist wichtig, es treibt die Server an, die wir alle nutzen um zu spielen. Es versorgt Entwickler mit dem nötigen um zu Leben und ein bisschen bleibt auch meist für den Publisher übrig. Aber ist es das, worum es nur immer geht am Ende?

Um wieder zu CCP zurück zu kommen, klar, hier verdienen viele Menschen ihre Brötchen, aber bis vor ein paar Jahren hatte ich immer das Gefühl, Ihre Prioritätsliste sah so aus:

  1. Making the Game good – Machen wir das Spiel richtig gut.
  2. Add more good stuff to make the players happy – Baut mehr gutes Zeug ein damit die Spieler glücklich sind
  3. having a nice office with swords on our wall – Ein schönes Büro mit Schwertern an der Wand
  4. Hey, lets make a teamshooter in our universe – Hey, machen wir einen Teamshooter in unserem Universum
  5. Some money would be nice, too. – Achja, etwas Geld wär auch nicht schlecht.

Und dagegen war ja nichts einzuwenden. Wir als Spieler standen weit oben, der Dialog zwischen Spielern und Entwicklern war manchmal etwas rau aber es wurden immer Lösungen gefunden (oder erfolgreich verdrängt. Erfolg ist Erfolg). Doch das hat sich geändert. Jetzt sieht dies gefühlt so aus:

  1. Make some goddamn money, I dont care how!  – Verdient verdammt nochmal Geld, mir egal wie!
  2. And while you at it, make me a sandwich too – Und wenn ihr schon dabei seit, macht mir ein Sandwich
  3. Players are unhappy? Throw some skins at them, it will fix everything. – Spieler sind nicht glücklich? Werft ihnen ein paar Skins vor die Füsse, das wirds schon richten.
  4. We need more Money? Make a mobile game – Wir brauchen noch mehr Geld? Macht ein Mobile Game.
  5. and a new shooter,, the old one sucked anyway. make it more tactical maybe…? – Und noch einen neuen Shooter. Der Alte war sowieso kacke, vielleicht mit ein wenig mehr Taktik?
  6.  Sell more plex, it gives money! – Verkauft mehr Plex, das macht Geld!

Warte mal, Warte mal. Wenn die Spieler so gegen den Mobile Markt protestieren, schädigt das nicht den Ruf der Entwickler oder Publisher wenn sie es trotzdem durchziehen? Wahrscheinlich nur wenig, der Punkt ist, wir sind gar nicht ihre Zielgruppe mit diesen Apps, wir sind nur der Beifang. Der Markt der hier angezapft werden soll ist China und Südkorea, dort wo die Spieler dabei sind sich vom PC zu lösen und nur noch am Smartphone zu daddeln. Black Desert  (Zufall?) und Lineage 2 machen es vor, diese sind der letzte Schrei und die Publisher verdienen sich dumm und dämlich da dort der Geldbeutel lockerer sitzt und das Prinzip Pay-2-Win viel akzeptierter ist als bei uns.

l2r

Kuck mal wer da (legal) Bottet- Lineage 2 Revolution

Ich hatte bereits das zweifelhafte Vergnügen mit Lineage2 Revolution zu tun zu haben. Ja, es sieht für ein Mobile Game gut aus, Unreal 4 Engine sei dank. Aber dahinter steckt meiner Meinung nach nicht viel. Zwischen einer Taborgie nach der anderen (Belohungslawine für einfache Dinge wie: „hey, du hast es geschafft nicht hinzufallen, hier 100 Gold für dich“) und Daily Quests („Du hast dich eingeloggt, hier deine Heiltränke“) spielt sich das Spiel quasi von selbst. Ihr sagt eurem Charakter nur welche Quest ihr jetzt tun wollt, er wird sie zu 90% von selbst ausführen. Spass pur oder?. Wenn das Mobile Gaming sein soll, dann muss ich leider sagen, ich verstehe es nicht. Und die Vorstellung, das ein Eve Mobile Game existieren wird, das eine ähnliche Spielmechanik bieten wird (was dank Pearl Abyss nicht unwahrscheinlich ist), da graut es mir wirklich vor.

Eve Online war immer der Brutal, Ehrlich und Intensiv. Ich hoffe es bleibt auch so, denn diese Eigenschaften sin des, die eine Persönlichkeit definieren. Nur um aus den 30.000 Accounts (umgerechnet also ca 50 Spieler) noch mehr Geld rauszuquetschen diese zu verändern, das wäre für mich das Ende von New Eden. CCP, ihr habt es in der Hand, hoffentlich seht ihr das noch zwischen all den Dollerzeichen in euren Augen.

Disclaimer: Alles hier gesagte, repräsentiert meine Meinung. Natürlich haben viele Menschen andere Erfahrungen oder Ansichten, welche nicht zwangsläufig mit meinen Kompatibel sind. Es steht jedem Frei das ganze mit seiner Meinung zu kommentieren, aber: Der Ton macht die Melodie.

 

 

Lineage 2 Revolution Bildmaterial by mein-mmo.de

 

 

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4 Kommentare zu “Mobile Infantry

  1. Wir (we, the People between 30 and 60) sind nicht mal ansatzweise die Zielgruppe. Wir stammen nicht aus der Generation-Mikrotransaktion und gehenin den Rage-Mode, wenn man uns sowas vor die Nase setzt. Ganz anders ist das mit den Kids. Nicht nur, dass man die Mobilezocker in Asien einsacken will. Man will vor allem die Kiddies, die im allerhöchsten Fall noch eine verstaubte PS4 in der Ecke stehen haben, aber sonst nur im allerbesten Smombie (Smartphone Zombie) Style mit dem Kopf gen Mobile-Display geneigt, gedankenversunken über die Straße wanken, während sie Pokemons fangen. Denn DIE geben für jeden Scheiß auch online Kohle aus, weil sie gar nicht mehr raffen, dass sie etwas bezahltes immer wieder bezahlen, während wir Bitter-Vets die Nase rümpfen und uns aufregen 🙂

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    • Das ist genau das Problem, wir sind nicht die Zielgruppe. Nicht mehr. Die großen Firmen zielen auf das schnelllebige Publikum, welches ein Spiel im Appstore und Co nur interessant findet wenn:
      1. Die Bilder bunt genug sind
      2. Die Sternebewertung halbwegs voll ist
      3. Das Icon ein Gesicht zeigt, das grade einen Wutausbruch hat / auf dem Klo sitzt und kräftig drückt

      Sobald die App installiert ist, geht das Spiel für den Publisher los. Füttere den Spieler an mit Belohnungsflut die sich mit steigendem Fortschritt reduziert, reibe dem Spieler dabei die Vorteile von Ingamekäufen unter die Nase. Wenn alles klappt, wird der Spieler ein paar Euro da lassen. Nach 4 Wochen wirft er das Spiel wieder vom Handy, der Publisher veröffentlicht jetzt ein Item in einer neuen Farbe das bei einem Grindevent erfarmt werden kann, Spieler kommt zurück, Cycle beginnt von neuem.

      Das ist es wohl im Kern was heute passiert und das schlimme daran ist, die Spieler machen das nicht nur mit, die wollen das auch so. Sonst würden sie es nicht unterstützen, oder? Frei nach Roger Murtaugh: „Ich bin zu alt für den Scheiß“, treffender kann ichs wohl nicht formulieren…

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  2. Ich finde die Sache spannend, dass die eigentliche Zielgruppe gar nicht die PC Spieler bzw. die eigentliche Fanbase sind, sondern Mobile Games Versionen gezielt für einen Markt entwickelt werden, der ohnehin viel zahl-affiner ist.
    Wie anspruchsvoll es letztendlich ist, darüber kann man sich streiten. Mobile Games sind von Natur aus ja häufig eher haptisch ausgelegt. Ich stelle mir da immer ein kleines Kind vor das wild auf dem Tablett rumhackt und dabei Papas Geld ausgibt, weil es die Bezahlnachfragen immer „wegklickt“. Ich bin gespannt, wie sehr sowohl EVE Echo als auch Diablo Mobile dann tatsächlich angenommen werden.

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    • Wir werden sehen was passiert, wie die meisten werden sie auch wieder in der Versenkung verschwinden (man kanns nur hoffen). Alleine die Ressourcen-Verschwendung ist bedauernswert, hätte man die Arbeit doch lieber in Eve selbst oder ein anderes Projekt (Nova, Spark, Valkyrie, World of Darkness – The Next Try) gesteckt. Für den Publisher/Entwickler bringt das auf die schnelle vielleicht ein paar Euros, für uns als Spieler der „Erwachsenen Spiele“ birgt das ganze nur Nachteile. My 2 cents.

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