And thats how the cookie crumbles

puriKriegstagebuch, Eintrag irgendwann in der Nacht, die Coms der letzten Tage waren voll von den Neuigkeiten über FCON. Der Zusammenbruch, die Invasion, die Flüchtlinge. Und doch sehen alle nur das, was sie sehen sollen. Hinter den Kulissen allerdings…

„Meinst du, er hat es geschafft?“ murmelte mein Co-CEO in meine Richtung und hob die Flasche mit einem ziemlich starken Gesöff das einem normalen Menschen die Nasenhaare absengen würde an seine Lippen. „Ich weis es nicht, der Kanal ist tot. Wenn er es geschafft hat, wird er sich aber hier nie wieder blicken lassen können“ und hob meine Flasche in seine Richtung. „Auf den Bastard“. Er nickte und ein kurzes Klirren der Flaschen halte durch das kleine Büro, welches grade groß genug für einen Schreibtisch mit Konsole und zwei Stühle  war. Auf dem Bildschirm leuchtete eine Nachricht mit weißem Hintergrund, der Absender war nicht zu entziffern, lediglich zwei Buchstaben wurden angezeigt: „GF“

Ein Piepen kündigte einen ankommenden Anruf an. Mein Co-CEO beschloss das dein Getränk im Moment sein Primary Target bleiben sollte, also ging ich um den Tisch herum, setzte mich und nahm den Anruf an. Das Bild blieb schwarz, der Anrufer wollte wohl nicht erkannt werden, sehen wollte er mich allerdings trotzdem was mir das kleine Aufnahmesymbol verriet. Ich hasse solche Leute. „Ihre Mission ist gescheitert, erklären sie sich.“ Stimmverzerrer? Nein, eine künstliche Stimme. Er oder Sie will wohl wirklich nicht erkannt werden. „Wie man’s nimmt, die Wahrscheinlichkeit das er noch lebt ist verschwindend gering. Nach all dem… „. Er unterbrach: „Ihre Ausreden interessieren hier niemanden. Schildern sie Detailiert den Ablauf wie es dazu gekommen ist“. „Das steht alles im Bericht der Ihnen bereits vorliegt“ blaffte ich zurück. Wer sich nicht zu erkennen gibt, hat keinen Platz in der Kommando- oder Nahrungskette.

„Wir möchten es noch einmal von ihnen selbst hören“. Die Künstliche Stimme war gut, sie übernahm den Tonfall des Sprechers, welcher es offenbar nicht gewohnt war, Widerworte zu erhalten. „Wenn Sie mich schon so freundlich darum bitten… „, ich nahm noch einen Schluck aus der Flasche, lehnte mich zurück und begann zu erzählen. „Nachdem wir den Auftrag erhalten hatten, C. zu finden, stellten wir Nachforschungen an. Ihre gelieferten Hinweise waren zu dünn als das wir sie richtig nutzen konnten. Wir fanden einige Spuren in Amarr, Dital, Jita und QE-E1D, offenbar wurden dort vor einiger Zeit Attentate und Diebstähle verübt um gewissen Personen und Allianzen gezielt zu schaden. Fernab vom Kern um ein Erdbeben zu verursachen aber nah genug um Einfluss zu haben. Leider war uns C. ein gutes Stück voraus, wir konnten jedesmal nur die Scherben begutachten die er hinterlassen hat. Doch einmal, da waren wir so dicht dran, wie ein Syntetikprotese an ihrem Besitzer.“ Ich nahm einen weiteren Schluck, die Stimme aus dem Rechner blieb stumm.

Wir fanden einen Schiffshändler in REB-KR, ihm wurde ein Tag zuvor ein Schiff der Helios Klasse entwendet, komplett ausgerüstet. Es brauchte ein wenig Überzeugung aber er ließ uns in seinen Hangar. Da im Hangar aus Kostengründen keinerlei Überwachung stattfand – dem Caldari waren die Sensoren wohl zu teuer – scannten wir selbst den Raum schrittweise ab. Nach einer Stunde fanden wir hinter einer der Abdeckplatten der Hangar Wand ein Versteck in dem einige Minmatar schliefen. Der Händler nannte sie seine „Arbeitskräfte“ die seine Schiffe für die Übergabe an seine Kunden vorbereiteten. Einer von Ihnen gab bereitwillig Auskunft über den Diebstahl… „. Mein Co-CEO schmunzelte als ich das Wort Bereitwillig benutze. Bestechung wäre das richtige Wort gewesen. Oder Befreiung? „Wir erhielten einige Logs und Codes des vermissten Schiffes mit dem es zusammen mit ein paar eingeholten Gefälligkeiten die Bewegungen es Schiffs nachzuvollziehen. Wir fanden es zwei Tage später, in 4-GB14, gedockt am Ihub des Systems.“

„Dies war zwar freundliches Gebiet, aber einem Allianzpartner erklären müssen, warum eine Flotte den eigenen Ihub belagert, das wollten wir vermeiden, daher gingen wir mit einem kleinen Trupp von sechs Mann an Board des Ihubs. Dieser war vollautomatisiert, kein Personal das uns in die Quere kommen könnte. Wir begannen mit unserer Suche auf dem untersten Deck während die Hollow im All das gedockte Schiff bewachte. Dann passierte etwas, das nicht ganz so geplant war.“ Meine Flasche war leer, ich stellte sie auf dem Tisch ab, öffnete eine Schublade und zock eine kleine, silberne Flasche mit Schraubverschluss heraus, ein geprägter Gurista Schädel befand sich auf der Vorderseite. „Mein Taktischer Offizier fand eine Sprengladung, nein, sie fand ihn wäre wohl die richtige Aussage. C. hatte Anti-Personen Minen ausgelegt. Ich hörte noch zwei Explosionen welche vermutlich aus ein paar Gängen weiter vorne kommen mussten. Wir hatten einen Sanitäter dabei, seinem Blick nach war er sogar froh über die Order den Offizier zu flicken und zur Luftschleuse zu bringen. Ich schickte eine Wache mit als Eskorte, in einer kleineren Gruppe waren wir schneller. Ein Knacken auf unserer Frequenz, dann eine Stimme die man wohl nur weich wie Quafehonig bezeichnen konnte, flüsterte in unsere Com, wir sind zu spät. Ich fragte für was wir zu spät seien, obwohl ich mir sicher war, keine Antwort zu bekommen.“

„Für alles… die DRF wird fallen, FCON wird fallen, Sie… werden fallen. Es beginnt hier.“ Ich ging weiter durch den Korridor an geschlossenen Türen vorbei in die Richtung aus der ich Explosionen vermutete. „Das behaupten viele“ antwortete ich schnippisch. „Ich bin nicht viele. Ich bin… ich“. Wollte er mich irritieren? Er hatte es geschafft, den es ergab keinen Sinn. „Warum tun sie das hier?“, „Weil die DRF es nicht anders verdient. Alle Lämmer werden an der Schlachtbank enden, früher oder später. So wie sie…“. Die Verbindung knackte und brach ab.

„War es C.?“ fragte die Stimme in Schwarz. „Nicht mit absoluter Sicherheit aber sehr wahrscheinlich. Wir haben eine Aufzeichnung der Securitylogs bergen können, etwas unscharf aber sie haben das Bild ja gesehen.“ „Erzählen sie weiter“. Der Tonfall war immer noch bestimmend aber ein Hauch von erzwungener Höflichkeit schwamm auf der Oberfläche mit. „Die Hollow rief mich über die Com, das Schiff hatte die Andock-klammern gelöst und begann sich vom Ihub zu entfernen. Außerdem entdeckten Sie einen massiven Energieanstieg im Reaktor des Ihubs. Zu stark um noch gegenzusteuern oder den Kern auszustoßen. Wir rannten durch den Korridor zur Luftschleuse an der unsere kleine Kapsel gedockt war, die drei anderen warteten dort bereits. Der Sani war immer noch damit beschäftigt, meinen Offizier ruhig zustellen. Ich war froh das er noch schrie, was schreit, das lebt. Der Ihub explodierte zwei Minuten später, wir kamen grade noch so aus dem Explosionsradius. Und dann…“. Ich nahm einen Schluck aus der silbernen Flasche und hustete.

„TRI?“ fragte die Stimme. „TRI. Sie waren da. Sie benutzen einen Aufklärer als Leuchtfeuer, öffneten eine Black-Ops Brücke und brachten Schlachtschiffe in das System. Diese eröffneten wiederum normale Leuchtfeuer, eine ganze Armada materialisierte sich nur wenige Kilometer von uns entfernt, die Hollow hatte uns bereits eingesammelt und sich getarnt, sonst hätte man uns nicht von den Trümmern des Ihubs unterscheiden können.“ Ein letzter Schluck, die Flasche war nun auch leer. „Sie sind gescheitert“ wiederholte die Stimme. „Wie man’s nimmt“ wiederholte ich. „Scheitern wird nicht toleriert. Sie haben 24 Stunden, danach sind sie nicht mehr willkommen“. Ich lehnte mich vor, plötzlich hellwach. Auch mein Co-CEO, eben noch entspannt an der Wand lehnend sah mich entsetzt und ungläubig an. „Ich glaube ich habe mich gerade verhört. Würden Sie das bitte wiederholen?“. „Sie haben mich richtig verstanden. Es wird keine weitere Erklärung oder Warnung geben“. Ein kurzes Piepen und der Kanal war geschlossen.

„Scheiße, ist das wahr? Können die das einfach so entscheiden?“.
„Sie können. Sag den Jungs bescheid, sie sollen packen“.
„Echt jetzt? Du nimmst das auch noch so hin?“.
„Für den Moment. Im Schlimmsten Fall… ist es ein Vorsprung bevor die DRF zerfällt“.
„Das was C. gesagt hat, du glaubst das?“.
„Wenn die DRF so weiter macht, muss ich nicht glauben“.
„Hm… noch ein Bier?“
„Aber sicher doch“

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2 Kommentare zu “And thats how the cookie crumbles

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